Probearbeit – warum sie eine Chance ist

Probearbeit bedeutet, als Bewerber für einen Job einen oder sogar mehrere Tage unentgeltlich zu arbeiten und dabei auch noch ein gutes Bild abzugeben. Du investierst für die Probearbeit also deine Zeit, wirst dabei die ganze Zeit begutachtet und bekommst dafür am Ende – im schlechtesten Fall – den Job nicht. Probearbeiten scheint für dich nur Nachteile mit sich zu bringen. Warum also solltest du das trotzdem tun und welche Vorteile hast du dadurch?

Probearbeit: Schmutzige Hände

Szenario

Stell dir mal vor, du hast ein Vorstellungsgespräch super gemeistert, bist absolut qualifiziert für den Job und bekommst ihn auch. Du unterschreibst also den Arbeitsvertrag und trittst deinen Job an. Nach ein paar Tagen stellst du fest, dass dein Chef ein schwerer Choleriker ist, dass das Arbeitsklima mehr als mies ist, die Arbeitsmaterialien völlig abgerockt sind, unter der Toilette steht permanent eine Pfütze und im Büro müffelt es und es ist furchtbar kalt. Du wirst dir wünschen, einen Eindruck von der Firma und dem Job bekommen zu haben, bevor du dich vertraglich gebunden hattest!

Das bringt dir die Probearbeit

Während der Probearbeit bekommst du einen umfassenden Einblick in das Unternehmen:

  • Dir werden die Räumlichkeiten gezeigt.
  • Wahrscheinlich lernst du schon viele deiner zukünftigen Kollegen kennen.
  • Du siehst deinen zukünftigen Arbeitsplatz und wie er ausgestattet ist.
  • Dir werden deine zukünftigen Aufgaben erklärt und du kannst dir ein Bild davon machen, ob sie dir überhaupt liegen.
  • Du erlebst die gesamte Atmosphäre in dem Betrieb.
  • Gegenüber deinen Mitbewerbern wird es ein klarer Vorteil sein, wenn du dich bereit erklärst, ein paar Tage zur Probe zu arbeiten – oder es sogar selbst anbietest.
  • Du kannst für dich erkennen, ob der Job und das Unternehmen überhaupt zu dir passen oder ob du dir besser etwas anderes suchst.

Probearbeit – das erweiterte Vorstellungsgespräch

Natürlich ist die Probearbeit nicht nur dazu gedacht, dass du dir einen Eindruck von den Gegebenheiten in dem Unternehmen verschaffen kannst, auch der Arbeitgeber hat großen Nutzen davon.

Selbstverständlich kennt er deine Unterlagen und hat sich beim Vorstellungsgespräch einen ersten (positiven) Eindruck von dir verschafft. Das sind aber nur Momentaufnahmen. Bei der Probearbeit kann er dich genauer kennenlernen:

  • Bist du pünktlich?

  • Bist du motiviert, trotz dessen, dass du für die Probearbeit nicht bezahlt wirst?

  • Wie kommst du bei Team an und wie kommst du mit dem Team aus?

  • Liegen dir die Aufgaben?

  • Erfährt dein Arbeitgeber mehr von dir persönlich und deinen bisherigen Jobs?

  • Kannst du eigenständig arbeiten und Probleme lösen?

  • Bringst du dich ein und fragst du nach, wenn dir etwas nicht klar ist?

  • Guckst du dauernd auf die Uhr und wartest eigentlich nur auf die Mittagspause/den Feierabend?

Rahmenbedingungen klären!

Leider ist es so, dass es schwarze Schafe unter den Unternehmen gibt, die immer wieder Bewerber zum Probearbeiten kommen lassen, diese mehrere Tage lang unbezahlt ungeliebte oder liegengebliebene Aufgaben erledigen lassen und danach Absagen schreiben oder sich gar nicht mehr melden.

Das ist glücklicherweise nicht der Normalfall und ein Blick in die Bewertungen des Unternehmens von Bewerbern und Beschäftigten kann da sehr aufschlussreich sein.

Es ist natürlich nicht Sinn der Probearbeit, dass du eine ganze Woche lang von morgens bis abends ackerst, ohne Geld dafür zu erhalten und am Ende dann den Job nicht bekommst. Ein angemessener Zeitraum zum Probearbeiten sind, je nach Beruf und Branche, ein bis drei Tage. Das sollte ausreichen, um gegenseitig ein Bild voneinander zu verschaffen. Einige Betriebe lassen den Bewerbern für die Probearbeit währenddessen oder danach Goodies zukommen, z. B. gratis Mittagessen in der Kantine oder einen Tankgutschein.

Vor der Probearbeit solltest du einige wichtige Punkte klären:

  • Wie viele Tage wirst du Probearbeiten?
  • Wann ist Arbeitsbeginn und wann Arbeitsende?
  • In welche Bereiche des Unternehmens bzw. in welche Tätigkeiten wirst du einen Einblick bekommen?
  • Wenn du noch bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt bist: Willig dieser überhaupt ein? Wirst du freigestellt oder musst du dir Urlaub nehmen?
  • Wenn du arbeitslos bist: Spielt die Agentur für Arbeit mit und wenn ja, zu welchen Bedingungen?
  • Bist du versichert, wenn dir etwas passiert oder du einen Fehler machst?
  • Musst du etwas speziell beachten, z. B. in Sicherheitsschuhen erscheinen?

Fazit

Auf Probe zu arbeiten ist eine sinnvolle Sache – sowohl für den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber. Man kann sich gegenseitig ein gutes Bild voneinander verschaffen und ausloten, ob für beide Seiten alles soweit passt. Probearbeit ist also für beide Seiten kein Nachteil, sondern eine große Chance. Und mal ehrlich: lieber ein bis drei Tage bei der Probearbeit verplempern, als am Ende solange einen Job machen zu müssen, der eine Katastrophe ist, bis man etwas anderes gefunden hat, nur weil man voreilig den Vertrag unterschrieben hat.

 

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Probearbeit – warum sie eine Chance ist
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Probearbeit bedeutet, als Bewerber für einen Job einen oder sogar mehrere Tage unentgeltlich zu arbeiten und dabei auch noch ein gutes Bild abzugeben. Aber warum solltest du das tun?
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