Mobbing am Arbeitsplatz – wenn der Job zum Albtraum wird

Mobbing am Arbeitsplatz kann sehr subtil und hinterhältig sein, aber manchmal auch sehr offen und direkt. Selten greift ein Mobber jedoch sein Opfer direkt und persönlich an, z. B. durch verbale Attacken wie Beleidigungen oder ungerechtfertigte Kritik. Auch körperliche Angriffe, die wie unabsichtlich wirkendes Anrempeln wirken und bis hin zu offensichtlicher körperlicher Gewalt reichen können, sind nicht typisch für Mobbing.

Trotzdem ist Mobbing für den Gemobbten eine große Belastung – wenn nicht sogar für die ganze Abteilung oder die ganze Firma.

Mobbing: weinender junger Mann

Mobbing unter Kollegen und durch Vorgesetzte

Gerede

Geredet und gelästert wird in einem gewissen Rahmen eigentlich immer im Unternehmen. Meist hat solches Geläster keine besonders bösen Hintergedanken und jeder ist mal betroffen. Wird aber immer nur über einen Kollegen schlecht im Kollegenkreis geredet oder die Lästereien finden sogar bei oder durch den Vorgesetzten statt, ist das Mobbing. Viele Mobber lästern jedoch nicht nur über ihre Opfer, sie verbreiten außerdem gezielt Unwahrheiten. Diese Unwahrheiten müssen nicht unbedingt nur den Job betreffen, sondern können auch in das Privatleben eingreifen und beispielsweise angebliche Fehltritte in der Beziehung oder Straftaten zum Thema haben.

Manipulation

Nicht selten zeigt sich Mobbing am Arbeitsplatz, indem Arbeitsgerät manipuliert wird oder persönliche bzw. private Gegenstände zerstört oder entwendet werden, z. B.:

  • Der Papierkorb verschwindet immer wieder.
  • Kopfhörer funktionieren plötzlich nicht mehr.
  • Der Rechner ist nicht mehr mit dem Netzwerk verbunden.
  • Der Monitor bleibt schwarz.

Auch wenn der zugewiesene oder sogar gemietete Parkplatz immer wieder blockiert wird oder einem einzelnen immer wieder ungeliebte Aufgaben zugewiesen werden, ist das Mobbing.

Ausschluss

Der Ausschluss aus dem Team ist eine weitere Form des Mobbings und kann sich aber ebenfalls sehr unterschiedlich darstellen. Bei solchen Mobbingfällen gehen z. B. alle Kollegen außer dem Gemobbten gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt, bei der Glückwunsch- oder Genesungskarte wird er/sie „leider vergessen“ oder der Überschuss der Kaffeekasse wird ohne ihn/sie verprasst.

Egoismus

Mobbing ist auch, wenn Kollegen die eigenen Interessen oder Maßstäbe über die der Allgemeinheit bzw. eines anderen Kollegen stellen. Das ist z. B. dann der Fall,  wenn jemand entgegen aller anderer Geschmäcker das Büro permanent mit Schlager beschallt und nicht bereit ist, darauf zu verzichten. Vielleicht ist gibt es im Büro auch jemanden, der es mit der Körperhygiene nicht sehr genau nimmt und der extrem müffelt. Auch ein Choleriker fällt unter diesen Punkt.

Sabotage

Eine Form des Mobbings am Arbeitsplatz zeigt sich oft durch Sabotage, die sich sehr unterschiedlich gestalten kann:

  • Fragen werden nicht beantwortet.

  • Dokumente verschwinden auf wundersame Weise.

  • Arbeitsanweisungen werden nicht weitergegeben.

  • Neue Arbeitsaufträge bleiben trotz Nachfrage aus.

  • Arbeitsaufträge sollen in einer bestimmten Art und Weise erledigt werden, ein paar Stunden später soll dann genau das Gegenteil gemacht werden.

  • Es erfolgt kein konstruktives Feedback, trotz Bitte darum.

  • Arbeitsergebnisse werden nicht abgesegnet.

  • Die Arbeitsleistung wird ständig infrage gestellt bzw. täglich neu und nach anderen Maßstäben bewertet.

Mobbing durch Arbeitgeber

Sehr alter, eingestaubter Computer

Nicht nur unter Kollegen findet Mobbing statt, sondern auch manche Arbeitgeber lassen sich nicht lumpen, ihren Mitarbeitern das Leben schwer zu machen. Mobbing durch den Arbeitgeber kann z. B. sein, wenn:

  • das Mobiliar am Arbeitsplatz eher ein Fall für den Sperrmüll ist,

  • die IT völlig veraltet ist,

  • die Heizung nur im Sommer funktioniert,

  • das Bürogebäude eine jahrelange Dauerbaustelle ist,

  • die Küche dreckig und zugemüllt ist,

  • das Geschirr und die Küchengeräte nicht gereinigt werden,

  • die sanitären Anlagen nicht ausreichend geputzt werden,

  • am Handwaschbecken keine Seife vorhanden ist oder sogar

  • die Toilette wegen eines Defekts dauerhaft nicht benutzbar ist.

Was kannst du tun, wenn du gemobbt wirst?

Im Grunde ist Mobbing nichts weiter, als ein übertriebener Konkurrenzkampf am Arbeitsplatz, häufig mit daraus resultierendem schlechten Arbeitsklima. In unserem Karriereguide findest du viele hilfreiche Tipps für den Büroalltag und den Umgang mit Problemen im Büro.

Setz dich zur Wehr!

Wenn du gemobbt wirst, dann wehr dich – und zwar sofort! Umso früher du dich wehrst, umso eher zeigst du, dass du dir das nicht gefallen lässt und du dich nicht mobben lässt. Setzt du den Mobbern direkt etwas entgegen, hast du eine realistische Chance, das Problem im Keim zu ersticken.

Die meisten Menschen scheuen Konflikte. Trotzdem musst du dem Mobber begreiflich machen, dass er bei dir kein leichtes Spiel hat. Nur wenn du dich nicht wehrst und zu den Angriffen schweigst, machst du dich zum Opfer.

Mach dir Notizen!

Mobbing-Tagebuch: Notizbuch, Bleistift und Spitzer

Ein Mobbingtagebuch kann eine Erinnerungsstütze für dich, aber auch im schlimmsten Fall, nämlich einer rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Mobber, ein wertvolles Beweismittel sein.

Schwierig dabei ist, Mobbing auch als solches zu erkennen. Viele Attacken wirken zunächst harmlos, sodass sie einem erst sehr viel später als Mobbing bewusst werden.

Bring das Mobbing zur Sprache!

  • Erkundige dich möglichst neutral bei deinen Kollegen, ob ihnen bereits ähnliche Mobbing-Vorfälle aufgefallen sind und wie sie das Verhalten des Mobbers dir gegenüber bewerten.

  • Stelle deinen Mobber zur Rede. Dies kannst du unter vier Augen tun; wenn du bereits Verbündete gefunden hast, kannst du auch jemanden um Unterstützung bitten.

  • Wenn das direkte Gespräch nichts hilft, solltest du dich an deinen Vorgesetzten wenden und dort um Klärung bitten. Auch hier können die Einschätzungen deiner Kollegen und dein Mobbingtagebuch hilfreich sein.

  • Rede mit vertrauen Personen über das Mobbing, z. B. mit Freunden oder deiner Familie. Auch dein Arzt kann ein guter Ansprechpartner sein, denn Mobbing macht krank. Außerdem gibt es Beratungsstellen, die sich auf Mobbing spezialisiert haben.

  • Häufig ist es ratsam, einen Anwalt einzubeziehen. Drohende Konsequenzen aus ihrem Verhalten, können Mobber derart einschüchtern, dass sie es einstellen – oder es kann dazu führen, dass das Mobbing vollkommen eskaliert. Dennoch: Es kommt immer wieder vor, dass Mobbing-Fälle vor Gericht landen und Mobber, aber auch Arbeitgeber, aufgrund des Mobbings verurteilt werden.

Hier bekommst du schnelle Hilfe

Dich belastet die Mobbing-Situation sehr, dir geht es schlecht und du siehst keinen Ausweg? Dann suche dir bitte schnell Hilfe bei deinem Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (Kurzwahl 116117).

Bei der Telefonseelsorge (0800 1110111 oder 0800 1110222 oder 116123) hat immer jemand ein offenes Ohr für dich. Die Nummern der Telefonseelsorge sind kostenlos und du kannst dort anonym bleiben.

Den Traumjob finden!

vierblättriges Kleeblatt

Wirst du am Arbeitsplatz gemobbt, ist es ratsam, dich parallel zu deinen Lösungsversuchen in der Firma, nach einem anderen Job umzusehen. Mobbing kostet dich viel Kraft und Energie und ist immer ein Angriff auf deine Gesundheit und deine Lebensqualität. In einem anderen Job weiß man dich als Menschen und deine Arbeitsleistung wahrscheinlich mehr zu schätzen. Deinen Traumjob kannst du bei ALPHAJUMP finden.

 

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