Vier Pfoten: Studieren mit einem Hund

Seit ich denken kann wollte ich einen Hund haben. Meine Schwester und ich haben meiner Mama früher Zettel geschrieben, auf denen wir hoch und heilig versprochen haben, dass wir immer mit dem Hund spazieren gehen und immer im Haushalt helfen, wenn wir einen Welpen bekommen. Geholfen hat es nichts! Während bei meiner Schwester das Interesse an einem eigenen Hund verschwand, habe ich nie aufgehört davon zu träumen. Ich würde jetzt gerne erzählen, dass ich mich nach langer Planung, Absprachen, finanzieller Sicherheit und guter Organisation für einen Hund entschieden habe, aber so war es nicht! Ich war im vierten Semester meines Studiums, bin mit zwei Freunden zum Bauernhof gefahren und hatte wenig später einen Welpen im Auto.

Und plötzlich ist man Hundemama

Und plötzlich war sie da. Ein kleiner Jack-Russel-Welpe. Mit ihrer Ankunft, kamen die ersten Fragen: hund im studiumWelches Futter soll der Hund fressen? Gegen was muss mein Hund noch geimpft werden? Wie oft muss der Welpe am Tag ein Häufchen legen? Halsband oder Geschirr? Zum Teil hatte ich schon Hundebücher durchstöbert aber zum Teil waren die Fragen ganz neu für mich. Der kleine Wurm folgte mir überall hin und machte vor allem auch überall hin. Alle Mütter von “richtigen“ Babys werden jetzt die Augen verdrehen aber es stimmt: Ein Welpe ist wie ein Baby. Alles muss genau geplant werden. Spontane Ideen wie beispielsweise ins Kino gehen, zwei Stunden in die Stadt zum Shoppen gehen oder in das nächste Schwimmbad fahren sind in den ersten Wochen nicht drin, außer man hat jemanden, der auf den Wollknoll aufpasst. Noch viel wichtiger: Ein Hund bleibt auch immer ein Baby, zumindest was die Abhängigkeit von dir betrifft.

Hundeleben vs. Studentenleben

Ich habe zu der Zeit mit einer Freundin in einer WG gewohnt, die war zum Glück einverstanden, dass ich mir einen Welpen hole. Nebenbei habe ich in einem Café gearbeitet und auch dort durfte ich meine kleine Maus mitnehmen. In der Hochschule sind Hunde allerdings verboten. Und so fing das Problem ab dem Tag an, an dem die Vorlesung begann. Einen Welpen kann man nicht drei Stunden alleine lassen, von daher musste der Professor auf meine Anwesenheit verzichten. Dass dies kein Dauerzustand sein kann, war mir natürlich auch klar. Trotzdem habe ich das nächste Semester öfter in der Vorlesung gefehlt oder musste früher gehen. Zum Glück gab es keine Anwesenheitspflicht. Mit der Zeit konnte ich mich mit meiner Mitbewohnerin und mit meinem Freund zeitlich gut abstimmen, aber ich habe den Aufwand trotzdem komplett unterschätzt. Wenn man keine Eltern, Partner oder Freunde hat, auf die man sich 100% verlassen kann, ist es unmöglich, einen Hund während des Studiums artgerecht zu halten. Das muss einem einfach vorher bewusst sein! Außerdem gibt es weitere Punkte, die einem unbedingt klar sein müssen:

  • Je nach Hunderasse lebt ein Hund 10 bis 16 Jahre. Solange studiert man aber normalerweise nicht. Das Leben nach dem Studium muss ebenfalls Hundegerecht sein.
  • Wenn ein Hund krank ist, kann das ganz schnell ein paar Hundert Euro kosten. Geld, das die meisten Studenten nicht immer auf der hohen Kante haben.
  • Während des Studiums geht man gerne feiern und kommt morgens um sechs angeheitert nach Hause. Ein Hund möchte nicht ewig allein zu Hause bleiben und muss morgens raus.
  • Nicht jeder Vermieter duldet einen Hund. Selbst wenn ein Hund in deiner jetzigen Wohnung erlaubt ist, heißt das nicht, dass das in der nächsten Wohnung auch der Fall ist.

Vier Jahre mit vier Pfoten

Inzwischen ist mein Hund vier Jahre alt, die Studentenzeit ist vorbei und ich habe das große Glück, dass ich Laila mit zur Arbeit nehmen darf. Mein Hund ist nie länger als 4-5 Stunden alleine, was allerdings bedeutet, dass icstudierern mit hundh jede Woche von vorne sehr gut planen muss. Ich gebe ehrlich zu, dass sie mich auch mal nervt. Vor allem während einer Klausurphase oder der Bachelorarbeit ist es für mich meistens eine Belastung gewesen, zusätzlich mit dem Hund spazieren zu gehen. Mit meiner Rassenwahl war schließlich auch von Anfang an klar, dass der Hund viel Auslauf braucht und sich auspowern muss. Ob ich die Entscheidung bereut habe? Nicht eine Sekunde. Vom ersten Tag an gehörte Laila für mich zum Leben dazu. Vielleicht wäre mein Studium erfolgreicher ohne Hund verlaufen, das kann ich schlecht beurteilen. Aber ich habe durch sie vor allem gelernt, Verantwortung zu übernehmen, mein Zeitmanagement zu optimieren und einfach bei einem Spaziergang abzuschalten. Wenn ich nach Hause komme und begrüßt werde, als ob es für sie nichts schöneres gibt, dann weiß ich jedes Mal, dass es für mich wirklich nichts schöneres gibt, als diesen Hund als Familienmitglied zu haben.

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Studentenleben: Studieren mit vier Pfoten
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Viele träumen von einem Hund und das Studium scheint perfekt dafür zu sein. Wir haben einen echten Erfahrungsbericht für dich über das Studieren mit Hund.
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