Geteiltes Leid ist doppeltes Leid: Gruppenarbeit im Studium

Um den Kurs zu bestehen muss jede Gruppe eine gemeinsame Hausarbeit schreiben und diese am Ende des Semesters in einem 30 minütigen Vortrag präsentieren. So oder so ähnlich beginnt meistens der Startschuss in ein weiteres Unisemester. Folgt dann noch der Satz „falls niemand was dagegen hat, werden Gruppennoten und keine Einzelnoten vergeben“ ist das (Un)glück perfekt. Die einen freuen sich riesig, denn sie haben soeben einen weiteren Freischein für einen Kurs gewonnen. Die anderen überlegen, ob sie den Kurs noch irgendwie umgehen können, denn sie wissen genau, dass man auf der Arbeit der anderen sitzen bleiben wird und trotzdem alle dieselben Noten kassieren. Herzlich Willkommen bei Gruppenarbeiten im Studium!

Gruppenarbeit im Studium

 

Häufige Probleme bei Gruppenarbeiten

Die Probleme bei Gruppenarbeiten liegen auf der Hand. Es ist schier unmöglich, dass die Aufgaben gerecht verteilt werden und niemand das Gefühl hat, dass er oder sie für andere die (Drecks)Arbeit macht. Umso größer die Gruppen sind, umso schwieriger wird es natürlich, die Aufgabenverteilung vorzunehmen. Die häufigsten Probleme in Gruppenarbeiten bestehen vor allem aus:

  • Teammitglieder, die ihren Aufgabenbereich nicht bewerkstelligen
  • Zeitprobleme, ein oder mehrere Treffen zu vereinbaren
  • Kommunikationsprobleme
  • Unterschiedlicher Leistungsanspruch
  • Verschiedene Zielvorstellungen

Wie sagt man so schön: Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Jeder hat schon gute aber meistens mehr schlechte Erfahrungen mit Gruppenarbeiten im Studium gemacht. Wenn man sich allerdings die Probleme vor Augen hält, an denen meistens ein effektives Arbeiten scheitert, kann man von vorneherein entgegenwirken.

Einflussfaktoren für erfolgreiche Gruppenarbeit

Nach der ersten Vorlesung beginnt meistens schon der Startschuss für die Gruppenarbeit. Super, Abgabe ist in drei Monaten, dann sollten wir vielleicht in zwei Monaten uns mal treffen. DAS! Ist definitiv die falsche Einstellung, auch wenn sie, wohlgemerkt, ganz verführerisch klingt. Tauscht lieber direkt nach dem Kurs die Rufnummern, E-Mailadressen oder Facebook-Namen aus, wer weiß, wann ihr das nächste Mal alle zusammen im Kurs sitzt! Damit wäre schon der erste simple Schritt getan. Daraufhin öffnet man am besten eine gemeinsame Chatgruppe, dies vereinfacht die Kommunikation enorm. Anschließend könnte man wie folgt vorgehen:

1. Das erste Gruppentreffen

Da fängt oft das Problem schon an! Wer hat wann Zeit? Ja es ist ätzend und ja, irgendwer geht dir jetzt schon auf den Keks. Aber es nützt nichts, wenn von Anfang an nicht alle Teammitglieder dabei sind, kann man davon ausgehen, dass nie alle gleich gut über das Projekt informiert sind. Also versucht, ein wenig flexibel zu sein und dass Kaffeetreffen oder den Sport zu verschieben, falls sich sonst kein Termin finden lässt. Flexibilität und die Fähigkeit, auf andere Menschen zu gehen zu können, sind zwei wichtige Eigenschaften, die dir auch später von Vorteil sein können. Kommt nun das erste Gruppentreffen zu Stande, sollten folgende Dinge besprochen werden:

Gruppenarbeit
  • Wie muss die Arbeit aufgebaut werden?
  • Auf welche Formalia ist zu achten?
  • Wer schreibt welchen Teil?
  • Wer hat welche Fähigkeiten und sollte daher schreiben, präsentieren oder die Formatierung übernehmen?
  • Wann und wo findet das nächste Treffen statt?
  • Bis wann sollte wer welchen Teil erledigt haben?

2. Verfügbare Ressourcen

Um immer auf dem aktuellen Stand zu sein und eventuell auch die Arbeit von den anderen zu lesen oder zu kommentieren, empfiehlt es sich, verfügbare Ressourcen zu nutzen. Besonders geeignet und auch von vielen gerne verwendet sind Hilfsmittel wie Dropbox oder Google Drive. Diese Tools sind für alle Teammitglieder einfach zu handhaben und jeder weiß immer, wie weit die anderen gerade sind.

3. Gruppendynamik

Die Gruppendynamik ist ein sehr wichtiger Punkt in Sachen Teamwork. Wenn man von Anfang an nicht gut auf Gruppenmitglieder zu sprechen ist oder man das Gefühl hat, dass eine schlechte Atmosphäre herrscht, sollte man dringend daran arbeiten. Mögliche Ideen wären zum Beispiel, nach der gemeinsamen Arbeit noch ein Kaffee in der Uni-Cafeteria zu trinken oder auf ein Feierabendbier in die Stadt zu gehen. Auch Kleinigkeiten, wie das Mitbringen von Schokolade oder Keksen, können die Stimmung auflockern und die Gruppendynamik verbessern. Probiert es einfach mal aus!

4. Kommunikation

Kommunikation ist bekanntlich das A und O. Hier wird auch keine Ausnahme für Gruppenarbeiten im Studium gemacht. Sucht das direkt Gespräch mit einzelnen Mitgliedern oder der gesamten Gruppe, wenn ihr das Gefühl habt, dass Dinge nicht laufen wie sie laufen sollten. Wer sich im Nachhinein darüber beschwert, wie mies die Gruppenarbeit lief, beweist zwar, dass er gut lästern kann, an der Note ändert dies allerdings nichts mehr. Schreib einfach mal zwischendurch in die WhatsApp-Gruppe, wie es bei den anderen läuft oder womit man selber gerade beschäftigt ist. Vielleicht hat man auch weitere Kurse gemeinsam, über die man sich austauschen kann.

Lernziele von Gruppenarbeiten

Gruppenarbeiten im Studium bringen meistens nicht die besten akademischen Leistungen mit sich, oft geht es aber auch gar nicht darum. In einer Teamarbeit können besonders Soft Skills gefördert werden, wie beispielsweise Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Hilfsbereitschaft oder Einsatzbereitschaft. Dies sind alles wichtige persönliche Eigenschaften, die man in einem Bewerbungsgespräch erwähnen kann und mit Beispielen aus diesen Erfahrungen untermauern kann.

Also, geht nicht von vorneherein genervt in eine erneute Gruppenarbeit hinein. Es wäre nicht zum ersten Mal, dass man sich in Menschen getäuscht hat und diese am Ende sogar zu richtig guten Freunden werden können. Nicht jedem fällt es leicht, innerhalb einer Gruppe zu arbeiten oder sich gegen andere Teammitglieder durchzusetzen. Genau dafür sind Gruppenarbeiten aber gut! Man kann viel über sich selber lernen und seine eigenen Soft Skills verbessern oder sogar neue an sich entdecken.

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