Auslandsjahr in Argentinien: Ein Gastbeitrag über Tango, Asado & Messi

Innerhalb des letzten Jahrzehnts sind Auslandsjahre, oder Exchange Years, immer beliebter geworden, besonders bei uns in Deutschland. Immer mehr junge Leute entscheiden sich für ein halbes oder ganzes Jahr im Ausland, die meisten von ihnen gehen vor allem in die USA, aber auch Neuseeland, Australien, Kanada oder Spanien und die lateinamerikanischen Länder werden oft ausgewählt.

Was kann man in den Austauschländern alles machen? Der vorrangige Grund ist – wie zu erwarten – die Sprache und Kultur kennenzulernen und zu verinnerlichen, aber nicht nur in der Austauschschule kann man so einiges lernen. Jonas hat genau das gemacht und erzählt euch von seinem Praktikum in Rosario, Argentinien.

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Tango, Asado & Messi: Ein Auslandsjahr in Argentinien

Eine richtige Antwort auf die Frage, warum ich ausgerechnet in Argentinien mein Auslandsjahr verbringen wollte habe ich nicht wirklich, ich wusste nur, dass es für mich in ein spanisch-sprachiges Land gehen soll, welches möglichst nicht Spanien sein sollte (viel zu nah). Für Argentinien habe ich mich dann schlussendlich relativ spontan entschieden, die Kultur, Geschichte und das Klima haben mir eher zugesagt, als beispielsweise Mexiko oder Costa Rica. Ich hab mich dann dorthin aufgemacht, wo mich eine Gastfamilie aus dem Norden der drittgrößten Stadt Argentiniens, Rosario (1,1 mio. Einwohner) aufgenommen hatte.

Argentinier sind sehr gastfreundliche Menschen, besonders Europäern und Amerikanern gegenüber, trotz der Sprachbarriere kann man sich in den ersten Wochen vor Fragen, Familienfeiern und Kennenlern-Events kaum retten – wodurch man sich aber sehr schnell einlebt und leicht in die Schule einsteigen kann.

Nach den ersten Wochen hatte ich mich schnell an Argentinien gewöhnt, auch wenn das Land unerwarteter Wenational-flag-memorialise deutlich ärmer ist als Deutschland, was man vor allem am allgemeinen Zustand der Infrastruktur, der Gebäude und der Sauberkeit Rosarios merkt und man hier leider um einiges gefährlicher lebt (nur die wenigsten Argentinier bleiben von Raubüberfällen verschont), wissen die Rosarinos wirklich wie man lebt. Jeden Tag trifft man sich mit Freunden zum Sport oder Mate-trinken in den Parks der Stadt, jede Woche steht ein Asado (argentinisches Barbecue (ja, genauso köstlich wie es sich anhört)) mit der Familie an und am Wochenende trifft man sich abends mit den Freunden und stürzt sich in das überragende Nachtleben, für welches Rosario in ganz Südamerika einen ausgezeichneten Ruf genießt.

Mehr oder weniger beschreibt das das Leben eines Austauschschülers, zwar musste auch ich die Klausuren in der Schule schreiben, da die Noten aber für nix zählen, sah mein Schnitt dementsprechend gut aus, eher fokussiert man sich dann auf den Sport und die Freunde (und das Essen).

Sommerferien: Irgendwann muss man auch mal was Sinnvolles machen

Da die Temperaturen im Sommer die Grenze des Angenehmen (und Aushaltbaren) weit hinter sich lassen, müssen die argentinischen Schüler von Anfang Dezember bis Ende Februar überhaupt nicht in die Schule gehen, fast 3 Monate dauern die Sommerferien. Da mir schon im Vorhinein schnell klargeworden ist, dass 3 Monate nichts tun sogar für mich zu viel wäre, habe ich mich mit meiner Austauschorganisation zusammen nach einem längerfristigen Praktikum umgeschaut. Da dem durchschnittlichen Argentinier die Idee des unentgeltlichen Arbeitens eher spanisch (hihi) vorkommt, weswegen nahezu kein Schüler in Argentinien jemals ein Praktikum vor dem Studium absolviert, habe ich auch nur einen Anlauf gebraucht, um ein passendes und interessantes Unternehmen zu finden. Das „Ente Túristico Rosario“, das offizielle touristische Büro der Stadtverwaltung Rosarios, war von meiner Bewerbung begeistert, durch meine Sprachkenntnisse in Englisch und Deutsch konnte ich trotz keiner vorhandener beruflicher Erfahrung überzeugen und durfte Anfang Dezember mein Praktikum als touristischer Sekretär antreten. Meine Aufgaben waren zwar überschaubar, haben aber extrem viel Spaß gemacht, die meiste Zeit habe ich den Touristen aus aller Welt die möglichen Aktivitäten in der Stadt erklärt und nahe gelegt, Hilfe bei der Hotelsuche angeboten oder sonstige Auskünfte gegeben. Dazu durfte ich einigen Projektplanungen der Stadt und des Staates Santa Fe beiwohnen und sogar bei Besprechungen mit dem Tourismusminister Argentiniens reinschnuppern. Zu den eher mittelmäßig spannenden Aufgaben gehörte das Übersetzten bestimmter Artikel und Teilen der Website des Büros, vor allem da nahezu keiner meiner Artikel auf Deutsch veröffentlicht wurde (der Leitung war aufgefallen, dass weniger als 100 deutsche Touristen monatlich nach Rosario kommen, wodurch sich das Schreiben deutscher Artikel nicht wirklich lohne).

Alles in Allem hat mein fast 3-monatiges Praktikum extrem viel Spaß gemacht, mich sprachlich enorm weiter gebracht, mir kommunikativ viele interkulturelle Kompetenzen verschafft und auch gezeigt, wie Argentinier auf vielen verschiedenen Ebenen arbeiten. Dazu kann sich ein Praktikum in einer der Großstädte Südamerikas durchaus auf dem Lebenslauf sehen lassen, bei ausschließlich jedem Bewerbungsgespräch in meinem Leben wurde dieses Praktikum angesprochen und gelobt. So früh Berufserfahrung im Ausland zu sammeln hört sich zuerst vielleicht etwas übertrieben ambitioniert an, aber wenn man bedenkt, dass so ein Praktikum wirklich mehr Spaß als Arbeit ist und einen Schüler als Person unglaublich bildet und erwachsen werden lässt, kann man 3 Monate bei 40°C rumhängen auch gegen solch eine Tätigkeit (im Büro mit Klimaanlage) durchaus austauschen.

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Auslandsjahr in Argentinien: Ein Gastbeitrag über Tango, Asado & Messi
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Ein Auslandsjahr in Argentinien. Klingt außergewöhnlich? Ist es auch! Jonas erzählt uns von seinen Erfahrungen und Eindrücken aus Rosario, Argentinien.
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